Schulungsangebote im Bereich Pflegeunterstützung


Angebote für Ehrenamtliche in Kontaktstellen Pflegeengagement

Ehrenamtliche bringen Engagement und Wissen mit. Damit Sie aber auch sicher sind bei all dem, was sie tun, bieten die Kontaktstellen Pflegeengagement ihnen Seminare an, die gezielt Informationen für die Arbeit im pflegeflankierenden Engagement zusammenstellen.

In 2016 werden wieder drei Schulungsreihen für ehrenamtlich engagierte Menschen im Bereich häuslicher Pflege durchgeführt. Die Schulung vermittelt Grundlagen zur Unterstützung familiärer Pflegearrangements und Nachbarschaftshilfen oder für die Begleitung von Gesprächs- und Selbsthilfegruppen mit dem Themenschwerpunkt Pflege und Betreuung.

Warum Schulungsangebote für Ehrenamtliche

Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Menschen werden zur Unterstützung in vielen Bereichen der häuslichen Pflege dringend gebraucht, um Hilfe- und Pflegebedürftige, Menschen mit hohem Betreuungsbedarf und deren Angehörige zu begleiten und/oder zu entlasten. Dabei geht es um die Stärkung des Selbsthilfepotenzials und die Sicherung von Selbstbestimmung sowie sozialer Teilhabe. Wohnortnahe informelle Hilfenetze können den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit oder in der Familie verlängern.

Dabei gibt es viele Fragen, die am besten im Vorfeld eines Engagements geklärt werden, um den Ehrenamtlichen Sicherheit und notwendiges Wissen mit auf den Weg zu geben.

Neben dem Erwerb oder der Auffrischung von erforderlichen Kenntnissen für ein Engagement werden das Teamgefühl, die Identifikation mit den Zielen der Kontaktstellen und der Austausch untereinander gefördert.

Die Schulungen mit einem Umfang von 30 Stunden (á 60 Minuten) finden jeweils an acht Nachmittagen während der Woche sowie an zwei Samstagen statt. Neben den allgemein verbindlichen Modulen können die Ehrenamtlichen je nach ihrem gewünschten Einsatz je ein Modul aus den Bereichen Einsatzbereich (Besuchs-/Begleitdienst oder Gruppenanleitung) und Zielgruppe (ältere Menschen oder Kinder und Jugendliche) auswählen.

Die Schulungsreihen finden in Zusammenarbeit von jeweils vier Kontaktstellen PflegeEngagement in Berlin statt. Die Konzeption und Durchführung wird vom Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung unterstützt und begleitet.

Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Fortbildungen (z.B. Demenz, Wohnen und Leben im Alter, Rollstuhltraining, Erste Hilfe Kurse) und Informationsveranstaltungen in Kooperation angeboten und durchgeführt.

Die Kontaktstellen PflegeEngagement und das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung werden von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenkassenversicherung e.V. gefördert.

Inhalte und Module der Schulung (Curriculum)

Modul 1:

Kennenlernen der Teilnehmer_innen, Vorstellung der Kontaktstellen PflegeEngagement und Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche, Rahmenbedingungen

Es findet eine kurze Einführung in das Aufgabengebiet der Kontaktstellen statt, und die Mitarbeiter_innen stellen sich vor. Die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten - Alltagsbegleitung von Pflegebedürftigen aller Altersgruppen, Angehörigenbegleitung, Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen - insbesondere von pflegenden Angehörigen - werden erläutert. Zu Beginn der Schulungsreihe lernen die Teilnehmer_innen sich untereinander kennen und bekommen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Erwartungen an ihr Engagement auszutauschen. Zudem werden die Rahmenbedingungen des ehrenamtlichen Engagements erklärt.

(3 Stunden-Einheit)  

 

Modul 2:

Rolle im Ehrenamt, Nähe und Distanz

Was bedeutet demographischer Wandel heute und zukünftig? Welche Rolle können ehrenamtlich engagierte Menschen im Bereich der Pflegeunterstützung einnehmen?

Unser Ziel ist es, dass Sie sich in die Situation Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger einfühlen können und wissen, an welchen Stellen Sie agieren können. Sie entwickeln ein Gespür für Grenzsituationen und lernen die Schnittpunkte bzw. Zuständigkeit von professioneller Pflege kennen, so dass Sie frühzeitig Hilfe anfordern können.

Dabei kann es helfen, sich mit dem Thema „Nähe und Distanz“ auseinander zu setzen. Was bedeuten eigentlich „Nähe“ und „Distanz“? Wann sind meine eigenen Grenzen überschritten, wie kann ich die meines Gegenübers wahren? Mit Theorie aber auch praktischen Beispielen möchten wir Ihnen dieses Thema näherbringen und Ihnen helfen, sich in ganz neue Situationen einzufühlen, um auch mit Konfliktsituationen umgehen zu lernen.

(2 Stunden-Einheit)

 

Modul 3:

Pflegeversicherung / Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf

Das Modul informiert über die Inhalte des Pflegeversicherungsgesetzes.

Wie wird der Begriff „Pflegebedürftigkeit“ definiert und die Zuordnung zu den einzelnen Pflegestufen vorgenommen?

Wem stehen Leistungen der Pflegeversicherung zu und wie werden sie beantragt?

Welche Unterstützung bietet die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige?

(2,5 Stunden-Einheit)

 

Modul 4a:

Zielgruppe alte Menschen

Alt werden bedeutet nicht zwangsläufig krank und pflegebedürftig werden, jedoch steigt mit zunehmendem Lebensalter durch den Alterungsprozess des Körpers das Risiko, an einer oder auch an mehreren Krankheiten (Multimorbidität) zu erkranken. Die Folgen sind oftmals Trauer über Defizite und Abhängigkeit, Scham oder Wut. Trotz altersbedingter Einschränkungen spielen Kommunikation und Beschäftigung eine zentrale Rolle im Leben. Sie bringen Freude und Abwechslung in den Alltag und fördern vorhandene Fähigkeiten und soziale Integration. Wir wollen besprechen, was bei der Kommunikation mit älteren Menschen zu beachten ist und welche Beschäftigungsmöglichkeiten sich anbieten. Die Biografie und die Interessen des einzelnen sind dabei besonders wichtig.

(5 Stunden-Einheit)

 

Modul 4b: 

Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Wir vermitteln Informationen über die Zielgruppe. Dazu gehören rechtliche Grundlagen, Zahlen und Fakten über Pflegebedürftigkeit bei Kindern und Jugendlichen sowie Informationen über Ursachen und Arten von häufigen Erkrankungen und Behinderungen.
Unser 
Blick richtet sich zudem auf die psychosoziale Situation von betroffenen Familien, um ein Bild ihrer Lebenssituation zu gewinnen. Wir bieten einen Überblick über Freizeit-und Beschäftigungsmöglichkeiten im Kontext der Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen. Abgerundet wird das Modul durch Informationen über professionelle Anlaufstellen, die spezialisierte Auskünfte erteilen.

(5 Stunden-Einheit)

 

Modul 5:

Kommunikation und Gesprächsführung, Umgang mit Krisen und Konflikten

Ziel des Moduls ist es, sich mit menschlicher Wahrnehmung und Kommunikation auseinanderzusetzen und die Teilnehmer_innen in ihrer Selbstreflexion zu stärken.

Wie gelingt es, in Gesprächen mit Angehörigen und pflegebedürftigen Menschen eine hilfreiche Rolle einzunehmen? Wie funktioniert z.B. aktives Zuhören? Weiterhin werden gemeinsam Lösungen für Krisen und Konfliktsituationen erarbeitet.

(3 Stunden-Einheit)

 

Modul 6:

Situation von pflegenden Angehörigen, Spannungsfelder in der Familie, Förderung von Selbstpflege, Selbstbestimmung und Teilhabe

In diesem Modul können Sie einen Eindruck vom Alltag in einer Familie mit einem pflegebedürftigen Menschen gewinnen. Wer z.B. als Angehörigenbegleiter eine Familie unterstützen möchte, sollte zunächst deren Situation verstehen.

Die Entscheidung, als Angehöriger einen Pflegebedürftigen zu versorgen, hat Auswirkungen auf das eigene Leben und das Familienleben insgesamt. Durch die neue Situation, auf die sich alle einstellen müssen, können Konflikte auftreten, die nicht nur die unmittelbare Familie betreffen, sondern Freunde und Bekannte mit einschließen können. Hilfe anzunehmen, ist für pflegende Angehörige oft nicht leicht. Sie sind die Experten, tragen die Hauptverantwortung für den Pflegebedürftigen und sehen sich selbst nicht gern in der Rolle des Hilfeempfängers. Sie definieren sich eher als eine Person, die eine besondere und zuweilen schwierige Aufgabe erfüllt.

Viele pflegende Angehörige vernachlässigen auf lange Sicht die eigenen Bedürfnisse, denn die Pflegesituation fordert von ihnen große Kraftanstrengungen.

Wir wollen uns in diesem Modul mit der Frage beschäftigen, welchen Beitrag Sie als Ehrenamtliche/r leisten können, um die Lebensqualität der betroffenen Familien zu verbessern.

(2,5 Stunden Einheit)

Modul 7a:

Begleitung Betroffener oder Angehöriger

Was erwartet mich bei der Begleitung von Betroffenen und Angehörigen in deren Häuslichkeit?

In diesem Modul erhalten Sie einen tieferen Einblick in mögliche Situationen, die Ihnen bei Ihrem Besuch begegnen können. Dabei bedarf es Akzeptanz und Toleranz für die individuelle Lebensgestaltung und Familiengeschichte der Betroffenen. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie der Besuch Angehöriger und Pflegebedürftiger lebendig gestaltet und für beide Seiten zufriedenstellend verlaufen kann.

 (5 Stunden-Einheit)

 

Modul 7b:

Gruppenbegleitung

Im Modul Gruppenbegleitung beschäftigen wir uns vor allem mit folgenden Fragestellungen:

Wie unterscheidet sich die Selbsthilfe im Bereich Pflege von der klassischen Selbsthilfe?

Was ist für die Anleitung und Moderation von Gruppengesprächen wichtig?

Welche Regeln sind für die Gruppenstruktur sinnvoll?

Wie gehen wir mit Konflikten und Krisen um?

(5 Stunden-Einheit)

 

Modul 8:

Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

Wer soll für mich entscheiden, wenn mein Gesundheitszustand eigene Entscheidungen nicht mehr zulässt? Welchen medizinischen Behandlungen und Therapien möchte ich mich unterziehen und welchen auf keinen Fall?

In der Regel ist ein Mensch ab dem 18. Geburtstag in Deutschland voll geschäftsfähig. Das bedeutet auch, dass nur er selbst für seine Person rechtlich bindende Willenserklärungen abgeben kann. Unfall, Krankheit, Behinderung etc. können die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit einschränken. Was nun?

Diese Fragen stellen sich viele pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, aber vielleicht auch Sie.

Wenn sicher sein soll, dass auch in solchen Situationen der eigene Wille durchgesetzt wird, muss in gesunden Tagen Vorsorge getroffen werden. In diesem Modul werden daher Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung vorgestellt und das geltende Betreuungsrecht erläutert. Es werden Tipps gegeben, worauf besonders zu achten ist und wo in Berlin ausführliche Beratung angeboten wird.

(2 Stunden-Einheit)

 

Modul 9:

Sterben, Tod und Trauer

In Ihrem Engagement können Ihnen die Themen Sterben, Tod und Trauer begegnen.

Deshalb beschäftigt sich dieses Modul mit den Fragen:

Wo und wie sterben Menschen?

Welche Formen der Trauer gibt es?

Wie können Sterbe- und Trauersituationen gestaltet werden?

Wie können Sie Ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen erkennen?

Welche Hilfesysteme gibt es?

(3 Stunden-Einheit)

 

Modul 10:

Notfallsituationen, Reflexion der Fortbildung

In der letzten Veranstaltung der Ehrenamtsschulung werden Ihnen Hinweise zum Umgang mit und in Notfallsituationen gegeben. Diese ersetzen nicht den Erste-Hilfe-Kurs.

Sie erhalten die Möglichkeit, den Nutzen der Schulung für sich zu reflektieren. Es bleibt Zeit, offen gebliebene Fragen und weiteren Schulungsbedarf zu klären.

Zum Abschluss möchten wir Ihnen Ihre Teilnahmebescheinigung überreichen.

(2,5 Stunden-Einheit)

 

Termine und Orte der Schulung 2016

Schulungsreihe I

Orte: Pankow, Reinickendorf, Mitte, Neukölln

Beginn: Januar 2016

 

Schulungsreihe II

Orte: Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg

Beginn: April 2016

 

Schulungsreihe III

Orte: Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg

Beginn: September 2016

 

Die genauen Termine und Veranstaltungsorte erfragen Sie bitte im Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung

Telefon: 030 890285-34 oder -32 oder -36

E-Mail: kompetenzzentrrum@sekis-berlin.de

 

Ergänzende Informationsangebote und Schulungen

Krankheitsbild Demenz

In dieser Fortbildung geht es darum, Ihnen Grundlagenkenntnisse über das Krankheitsbild Demenz zu vermitteln und ein Verständnis für das Verhalten von demenzkranken Menschen zu entwickeln. Es werden Möglichkeiten der Kommunikation sowie  verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten vorgestellt.

(Dauer 3 Stunden)

 

Wohnformen im Alter

In diesem Modul geht es um die unterschiedlichen Wohn- und Lebensformen im Alter.

Wie kann der Verbleib in der eigenen Wohnung gestaltet werden?

Welche alternativen Wohnformen gibt es?

(Dauer 3 Stunden)


Schulungen für Ehrenamtliche in Betreuungangeboten

 

In Berlin gibt es mehr als 160 Träger und Anbieter von Niedrigschwelligen Betreuungsangeboten. Die Angebote zur Schulung sind bei den Trägern zu erfragen.

Die Arbeit erfolgt auf der Basis in einer gemeinsamen AG vereinbarter Module.
Das Curriculum dazu können Sie hier einsehen:

© 2016 Pflegeunterstützung in Berlin