Schulungsangebote im Bereich Pflegeunterstützung - Engagement braucht Wissen


Angebote für Ehrenamtliche in Kontaktstellen PflegeEngagement

Ehrenamtliche bringen Engagement und Wissen mit. Damit sie aber auch sicher sind bei all dem, was sie tun, bieten die Kontaktstellen Pflegeengagement ihnen Seminare an, die gezielt Informationen für die Arbeit im pflegeflankierenden Engagement zusammenstellen.

Die Schulung vermittelt Grundlagen zur Unterstützung familiärer Pflegearrangements und  Nachbarschaftshilfen oder für die Begleitung von Gesprächsgruppen mit dem Themenschwerpunkt Pflege und Betreuung.

Warum Schulungsangebote für Ehrenamtliche

Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Menschen werden zur Unterstützung in vielen Bereichen der häuslichen Pflege dringend gebraucht, um Hilfe- und Pflegebedürftige, Menschen mit hohem Betreuungsbedarf und deren Angehörige zu begleiten und/oder zu entlasten. Dabei geht es um die Stärkung des Selbsthilfepotenzials und die Sicherung von Selbstbestimmung sowie sozialer Teilhabe. Wohnortnahe informelle Hilfenetze können den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit oder in der Familie verlängern.

Dabei gibt es viele Fragen, die am besten im Vorfeld eines Engagements geklärt werden, um den Ehrenamtlichen Sicherheit und notwendiges Wissen mit auf den Weg zu geben.

Neben dem Erwerb oder der Auffrischung von erforderlichen Kenntnissen für ein Engagement werden das Teamgefühl, die Identifikation mit den Zielen der Kontaktstellen und der Austausch untereinander gefördert.

Die Schulungen mit einem Gesamtumfang von 32 Stunden  (á 60 Minuten) finden aktuell an mehreren Nachmittagen während der Woche  statt. Neben den allgemein verbindlichen Modulen können die Ehrenamtlichen je nach ihrem gewünschten Einsatz je ein Modul aus den unterschiedlichen Einsatzbereich a) Besuchsdienst und Angehörigenbegleitung b) Gruppenbegleitung und c) nachbarschaftliches Engagement auswählen.

Die Schulungsreihen finden in Zusammenarbeit mit den Kontaktstellen PflegeEngagement zentral bei SEKIS in Berlin-Charlottenburg statt. Die Konzeption und Durchführung wird vom Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung unterstützt und begleitet.

Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Fortbildungen (z.B. Demenz, Wohnen und Leben im Alter, Rollstuhltraining, Erste Hilfe Kurse) und Informationsveranstaltungen in Kooperation angeboten und durchgeführt.

Die Kontaktstellen PflegeEngagement und das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung werden von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenkassenversicherung e.V. gefördert.

Inhalte und Module der Schulung (Curriculum)

Modul 1
Vorstellung Berliner Kontaktstellen PflegeEngagement

Es findet eine kurze Einführung in das Aufgabengebiet der Kontaktstellen statt. Die Mit­arbeitenden stellen sich und vor und erläutern die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten:
•    Angehörigenbegleitung
•    Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen insbesondere von pflegenden Angehörigen
•    Nachbarschaftliches Engagement

Zu Beginn der Schulungsreihe lernen die Teilnehmenden sich untereinander kennen und bekommen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Erwartungen an ihr Engagement auszu­tauschen. Zudem werden die Rahmenbedingungen des ehrenamtlichen Engagements er­klärt.

(1,5 Stunden-Einheit)

Modul 2
Rolle im Ehrenamt | Nähe und Distanz

Welche Rolle können ehren­amtlich engagierte Menschen im Bereich der Pflegeunterstützung einnehmen? Ziel des Moduls ist, sich einerseits mit den formellen Grenzen einer ehrenamtlichen Tätigkeit auseinanderzusetzen, um ein spezifischen Rollenverständnis zu entwickeln. Andererseits ist eine Auseinandersezung mit den unterschiedlichen an das Ehrenamt geknüpfte Erwartungen von verschiedenen Seiten ebenso wie mit den eigenen Wünschen und Grenzen wichtig. Die Ehrenamtlichen entwickeln ein Gespür für Grenzsituationen und lernen die Schnittpunkte bzw. Zuständigkeit von professio­neller Pflege kennen, so dass frühzeitig Hilfe angefordern werden kann.

(2 Stunden-Einheit)
 
Modul 3
Pflegeversicherung I Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf im Alltag

Das Modul informiert über die Inhalte des Pflegeversicherungsgesetzes (Antragsverfahren, Einteilung der Pflegegrade, Leistungen der Pflegeversicherung) und setzt sich mit Begriffen rund um Menschen mit Unterstützungsbedarf auseinander. Sowohl die Fähigkeit, Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen als auch das Wissen, an welche Beratungsstellen ggf. weitervermittelt werden kann, werden gestärkt und sensibilisert.

(2 Stunden-Einheit)

Modul 4 I
Zielgruppe alte Menschen - Diverse Krankheitsbilder

Alt werden bedeutet nicht zwangsläufig krank und pflegebedürftig werden, jedoch steigt mit zunehmendem Lebensalter durch den Alterungsprozess des Körpers das Risiko, an einer oder auch an mehreren Krankheiten (Multimorbidität) zu erkranken. Das Modul gibt eine Überblick über unterschiedliche Veränderungsprozesse im Alter, so dass ein Verständnis für die Verhaltensweisen von Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alter sensibilisiert wird. Auswirkungen des Unterstützungsbedarfes für alte Menschen, z.B.  Auswirkungen auf sein Verhalten (ablehnendes Verhalten, Niedergeschlagenheit, Aggressivität, Wut, Trauer etc.) und der Umgang mit diesen Verhaltensänderungen werden aufgegriffen und besprochen.

(4 Stunden-Einheit)

Modul 4 II
Zielgruppe alte Menschen - Demenz

Unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung und dem Wachsen der Zahl der Älteren und Hochbetagten, steigt die Zahl der Personen, die einem erhöhten Risiko an Demenz zu erkranken ausgesetzt sind. Das Modul vermittelt Grundlagen über das Krankheitsbild und bereitet die Ehrenamtlichen auf Begegnungen und dem Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen vor. Hierunter fällt eine Sensibilisierung für die Erlebniswelt der Betroffenen ebenso wie das Erkennen krankheitsspezifischer Bedürfnisse, die einen wertschätzenden und würdigen Umgang ermöglichen.

(2 Stunden- Einheit)
 
Modul 5
Kommunikation und Gesprächsführung

Ziel des Moduls ist es, sich mit menschlicher Wahrnehmung und Kommunikationsformen auseinan­derzusetzen und die Teilnehmenden in ihrer Selbstreflexion zu stärken. Es werden Kenntnisse über die Grundlagen der Kommunikation und dem Umgang mit herausfordernden Situationen vermittelt, so dass diese kompetent bewältigt oder an entsprechende fachliche Ansprechpersonen weitergetragen werden können.

(3 Stunden-Einheit)

Modul 6
Situation von pflegenden Angehörigen

In diesem Modul werden Kenntnisse über mögliche Lebenssituationen pflegender Angehöriger im Hinblick auf körperliche, finanzielle, soziale und psychische Belastungen vermittelt. Ziel ist, Verständnis und Empathie für die herausfordernde Lebenssituation von pflegenden Angehörigen zu entwickeln und unterschiedliche Entlastungsformen und -möglichkeiten für pflegende Angehörige aufzuzeigen.

(3 Stunden-Einheit)
 
Modul 7a (Wahlmodul)
Besuchsdienst und Angehörigenbegleitung

In diesem Modul werden mögliche Situationen aufgegriffen, die Ehrenamtlichen in ihrer Tätigkeit begegnen können, um die Sicherheit in Besuchtdiensten und im Kontakt mit Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihren Angehörigen zu stärken. Hierzu werden unterschiedliches Handwerkszeug zur Strukturierung und zur auf den Menschen mit Unterstützungsbedarf passenden Gestaltung von Besuchssituationen vermittelt und konkrete und einfach umsetzbare Beschäftigungsmöglichkeiten vorgestellt.

(9 Stunden-Einheit)

Modul 7b (Wahlmodul)
Gruppenbegleitung

Ziel des Moduls ist, Kenntnisse über die Unterschiede zwischen gesundheitsbezogender/ sozialer Selbsthilfe und PflegeSelbsthilfe zur Übernahme einer Gesprächsgruppenbegleitung zu erlangen. Neben dem Kennenlernen von Wirkungen und Dynamiken innerhalb von Gruppen wird ein Rollenverständnis entwickelt und Strukturen und Abläufe eines Selbsthilfegruppentreffens vorgestellt.

(9 Stunden-Einheit)

Modul 7c (Wahlmodul)
Nachbarschaftliches Engagement

Dieses Modul greift theoretische Kenntnisse über die Begrifflichkeiten „Nachbarschaft“ und Nachbarschaftshilfe auf und vermittelt Sicherheit für das Engagement in der Nachbarschaft. Hierzu zählt das Kennenlernen von Formen und Strukturen von Nachbarschaftshilfen ebenso wie das Wissen über mögliche Herausforderungen und Stolpersteine und der Umgang mit diesen.

(9 Stunden-Einheit)

Modul 8
Abschied und Trauer

Ehrenamtliche können in ihrem Engagement mit Situationen konfrontiert werden, die von Abschied und Trauer geprägt sind. Es ist wichtig, dass sie auf diese Themen vorbereitet sind, so dass ihnen der Umgang damit leichter fällt. Das Modul vermittelt Grundkenntnisse über die Themen Abschied und Trauer und einem Erkennen der eigenen Möglichkeiten und Grenzen der Teilnehmenden.

(3 Stunden-Einheit)

Modul 9
Notfallsituationen

In diesem Modul werden Kenntnisse über adäquates und situiationsentsprechendes Verhalten in einer Notfallsituation vermittelt, um einen Sicheren Umgang mit diesen zu stärken. Das Modul ersetz dabei nicht den Erste-Hilfe-Kurs.

(1,5 Stunden-Einheit)

Modul 10
Reflexion der Schulung

In diesem letzten Modul wird eine Rückschau auf die gesamte Schulung gehalten, die Erkenntnisse gewürdigt und etwaige weitere Fortbildungsbedarfe erfragt.
Die Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebescheinigung.

(1 Stunden-Einheit)


Schulungen für Ehrenamtliche in Angeboten zur Unterstützung im Alltag

In Berlin gibt es zahlreiche Träger und Anbieter von Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Die Angebote zur Schulung sind bei den Trägern zu erfragen.



Inhalte der Schulung

Hier finden Sie die übergeordneten Themen der Schulungsmodule. Die Inhalte sind Empfehlungen nach Vorgabe der Pflegeunterstützungsverordnung des Landes Berlin. In Abhängigkeit von der Zielgruppe kann es bei verschiedenen Bildungsträgern inhaltliche Abweichungen geben. Es handelt sich um einen Auszug aus dem Mustercurriculum, das Sie hier herunterladen können.

Modul 1 Kurseinführung

Modul 2 Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ehrenamtlichen im Projekt

Modul 3 Auswahl aus:

Modul 3a Basiswissen zum Krankheitsbild Demenz

Modul 3b Basiswissen zu Erscheinungsbildern geistiger Beeinträchtigungen

Modul 3c Basiswissen zu psychischen Erkrankungen

Modul 3d „Chronisch krank sein“- Basiswissen zu den häufigsten somatischen Krankheitsbildern

Modul 4 Situation pflegender Angehöriger und Familien

Modul 5 Rolle der ehrenamtlichen Helfer/in

Modul 6 Auswahl aus:

Modul 6a Umgang mit Menschen mit Demenz

Modul 6b Umgang mit geistig beeinträchtigten Menschen

Modul 6c Umgang mit psychisch beeinträchtigen Menschen

Modul 6d Umgang mit körperlich beeinträchtigten Menschen (Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen)

Modul 7 Möglichkeiten der Betreuung, Entlastung und Unterstützung

Modul 8 Umgang mit akuten Krisen und Notfallsituationen

Modul 9 Unterstützungsangebote und rechtliche Grundlagen

Modul 10 Abschluss - Reflexion und Evaluation der Schulung


Weitere Anbieter für die Qualifizierung von Ehrenamtlichen

Berlin bietet eine Fülle an Schulungs- und Fortbildungsangeboten, mit denen sich Freiwillige für die unterschiedlichsten Einsatzsatzmöglichkeiten qualifizieren können.

Sie finden hier eine Auswahl, die speziell Freiwillige im Bereich Pflegeunterstützung ansprechen:

© 2021 Pflegeunterstützung in Berlin