Schulungsangebote im Bereich Pflegeunterstützung

Engagement braucht Wissen


Angebote für Ehrenamtliche in Kontaktstellen PflegeEngagement

Bild: Logo Kontaktstellen

Ehrenamtliche bringen Engagement und Wissen mit. Damit Sie aber auch sicher sind bei all dem, was sie tun, bieten die Kontaktstellen Pflegeengagement ihnen Seminare an, die gezielt Informationen für die Arbeit im pflegeflankierenden Engagement zusammenstellen.

In 2017 werden zwei Schulungsreihen für ehrenamtlich engagierte Menschen im Bereich häuslicher Pflege durchgeführt. Die Schulung vermittelt Grundlagen zur Unterstützung familiärer Pflegearrangements und Nachbarschaftshilfen oder für die Begleitung von Gesprächs- und Selbsthilfegruppen mit dem Themenschwerpunkt Pflege und Betreuung.

Warum Schulungsangebote für Ehrenamtliche

Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Menschen werden zur Unterstützung in vielen Bereichen der häuslichen Pflege dringend gebraucht, um Hilfe- und Pflegebedürftige, Menschen mit hohem Betreuungsbedarf und deren Angehörige zu begleiten und/oder zu entlasten. Dabei geht es um die Stärkung des Selbsthilfepotenzials und die Sicherung von Selbstbestimmung sowie sozialer Teilhabe. Wohnortnahe informelle Hilfenetze können den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit oder in der Familie verlängern.

Dabei gibt es viele Fragen, die am besten im Vorfeld eines Engagements geklärt werden, um den Ehrenamtlichen Sicherheit und notwendiges Wissen mit auf den Weg zu geben.

Neben dem Erwerb oder der Auffrischung von erforderlichen Kenntnissen für ein Engagement werden das Teamgefühl, die Identifikation mit den Zielen der Kontaktstellen und der Austausch untereinander gefördert.

Die Schulungen mit einem Gesamtumfang von 32 Stunden  (á 60 Minuten) finden aktuell an mehreren Nachmittagen während der Woche  statt. Neben den allgemein verbindlichen Modulen können die Ehrenamtlichen je nach ihrem gewünschten Einsatz je ein Modul aus den Bereichen Einsatzbereich (Besuchs-/Begleitdienst oder Gruppenanleitung) und Zielgruppe (ältere Menschen oder Kinder und Jugendliche) auswählen.

Die Schulungsreihen finden in Zusammenarbeit mit den Kontaktstellen PflegeEngagement zentral bei SEKIS in Berlin-Charlottenburg statt. Die Konzeption und Durchführung wird vom Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung unterstützt und begleitet.

Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Fortbildungen (z.B. Demenz, Wohnen und Leben im Alter, Rollstuhltraining, Erste Hilfe Kurse) und Informationsveranstaltungen in Kooperation angeboten und durchgeführt.

Die Kontaktstellen PflegeEngagement und das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung werden von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenkassenversicherung e.V. gefördert.

Inhalte und Module der Schulung (Curriculum)

Die Modulbeschreibung können Sie sich auch hier herunterladen.

Modul 1

Kennenlernen der Teilnehmer_innen, Vorstellung der Kontaktstel­len PflegeEngagement und Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche, Rahmenbedingungen

Es findet eine kurze Einführung in das Aufgabengebiet der Kontaktstellen statt, und die Mit­arbeiter_innen stellen sich vor. Die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten
•    Alltagsbegleitung von Pflegebedürftigen aller Altersgruppen,
•    Angehörlgenbe eltun
•    Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen insbesondere von pflegenden Angehörigen werden erläutert.
Zu Beginn der Schulungsreihe lernen die Teilnehmer_innen sich untereinander kennen und bekommen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Erwartungen an ihr Engagement auszu­tauschen. Zudem werden die Rahmenbedingungen des ehrenamtlichen Engagements er­ klärt.
(2,5 Stunden-Einheit)

Modul 2
Rolle im Ehrenamt, Nähe und Distanz

Was bedeutet demographischer Wandel heute und zukünftig? Welche Rolle können ehren­ amtlich engagierte Menschen im Bereich der Pflegeunterstüt zung einnehmen?
Unser Ziel ist es, dass Sie sich in die Situation Pflegebedürftiger und pflegender Ange höriger einfühlen können und wissen, an welchen Stellen Sie agieren können. Sie entwickeln ein Gespür für Grenzsituationen und lernen die Schnittpunkte bzw. Zuständigkeit von professio­ neller Pflege kennen, so dass Sie frühzeitig Hilfe anfordern können.
Dabei kann es helfen, sich mit dem Thema „Nähe und Distanz" auseinander zu setzen. Was bedeuten eigentlich „Nähe" und „Distanz"? Wann sind meine eigenen Grenzen überschrit­ ten, wie kann ich die meines Gegenübers wahren? Mit Theorie aber auch praktischen Bei­ spielen möchten wir Ihnen dieses Thema näherbringen und Ihnen helfen, sich in ganz neue Situationen einzufühlen, um auch mit Konfliktsituationen umgehen zu lernen.
(2 Stunden-Einheit)
 
Modul 3
Pflegeversicherung I Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf im Alltag

Das Modul informiert über die Inhalte des Pflegeversicherungsgesetzes.
Wie wird der Begriff „Pflegebedürftigkeit" definiert und die Zuordnung zu den einzelnen Pflegestufen  vorgenommen?
Wem stehen Leistungen der Pflegeversicherung zu und wie werden sie beantragt? Welche Unterstützung bietet die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige?
(2,5 Stunden-Einheit)

Modul 4a
Zielgruppe alte Menschen

Alt werden bedeutet nicht zwangsläufig krank und pflegebedürftig werden, jedoch steigt mit zunehmendem Lebensalter durch den Alterungsprozess des Körpers das Risiko, an einer oder auch an mehreren Krankheiten (Multimorbidität) zu erkranken. Die Folgen sind oftmals Trauer über Defizite und Abhängigkeit ,Scham oder Wut. Trotz altersbedingter Einschrä n­ kungen spielen Kommunikation und Beschäftigung eine zentrale Rolle im Leben. Sie bringen Freude und Abwechsl ung in den Alltag und fördern vorhandene Fähigkeiten und soziale In­tegration. Wir wollen besprechen, was beider Kommunikation mit älteren Menschen zu beachten ist und welche Beschäftigungsmöglichkeiten sich anbieten. Die Biografie und die Interessen des einzelnen sind dabei besonders wichtig.
(4 Stunden-Einheit)

Modul 4b
Zielgruppe Kinder und Jugendliche

Wir vermitteln Informationen über die Zielgruppe. Daz u gehören rechtliche Grundlagen,
Za hlen und Fakten über Pflegebedürftigkeit bei Kindern und Jugendlichen sowie Informationen über Ursachen und Arten von häufigen Erkrankungen und Behinderungen.
Unser Blick richtet sich zudem auf die psychosoziale Situation von betroffenen Familien,um ein Bild ihrer Lebenssituation zu gewinnen. Wir bieten einen Überblick über Freizeit-und Beschäftigungsmöglichkeiten im Kontext der Entwicklungsphasen von Kindern und Jugend­ lichen. Abgerundet wird das Modul durch Informationen über professionelle Anlaufstellen, die spezialisierte Auskünfte erteilen.
(4 Stunden- Einheit)
 
Modul 5
Kommunikation und Gesprächsführung,Umgang mit Krisen und Kon­flikten

Ziel des Moduls ist es, sich mit menschlicher Wahrnehmung und Kommunikation auseinan­ derzusetzen und die Teilnehmer_innen in ihrer Selbstreflexion zu stärken.
Wie gelingt es, in Gesprächen mit Angehörigen und pflegebedürftigen Menschen eine hilfrei­che Rolle einzunehmen? Wie funktioniert z.B. aktives Zuhören? Weiterhin werden gemein­sam Lösungen für Krisen und Konfliktsituationen erarbeitet.
(3 Stunden-Einheit)

Modul 6
Situation von pflegenden Angehörigen, Spannungsfelder in der Fa­milie, Förderung von Selbstpflege, Selbstbestimmung und Teilhabe

In diesem Modul können Sie einen Eindruck vom Alltag in einer Familie mit einem pflegebe­
dürftigen Menschen gewinnen. Wer z.B. als Angehörigenbegleiter eine Familie unterstützen möchte, sollte zunächst deren Situation verstehen.
Die Entscheidung,als Angehöriger einen Pflegebedürftigen zu versorgen, hat Auswirkungen auf das eigene Leben und das Familienleben insgesamt. Durch die neue Situation, auf die sich alle einstellen müssen, können Konflikte auftreten, die nicht nur die unmittelbare Fami­lie betreffen, sondern Freunde und Bekannte mit einschließen können. Hilfe anzunehmen, ist für pflegende Angehörige oft nicht leicht. Sie sind die Experten, tragen die Hauptverantwor­ tung für den Pflegebedürftigen und sehen sich selbst nicht gern in der Rolle des Hilfeemp­fängers. Sie definieren sich eher als eine Person, die eine besondere und zuweilen schwierige Aufgabe erfüllt.
Viele pflegende Angehörige vernachlässigen auf lange Sicht die eigenen Bedürfnisse, denn die Pflegesituation fordert von ihnen große Kraftanstrengungen.
Wir wollen uns in diesem Modul mit der Frage beschäftigen, welchen Beitrag Sie als Ehren­ amtliche/r leisten können, um die Lebensqualität der betroffenen Familien zu verbessern.
(2,5 Stunden-Einheit)
 
Modul 7a
Angehörigen-Begleitung, Begleitung Betroffener

Was erwartet mich bei der Begleitung von Betroffenen und Angehörigen in deren Häuslich­keit? In diesem Modul erhalten Sie einen tieferen Einblick in mögliche Situationen, die Ih­ nen bei Ihrem Besuch begegnen können. Dabei bedarf es Akzeptanz und Toleranz für die individuelle Lebensgestaltung und Familiengeschichte der Betroffenen. Gemeinsam entwi­ckeln wir Ideen, wie der Besuch Angehöriger und Pflegebedürftiger lebendig gestaltet und für beide Seiten zufriedenstellend verlaufen kann.
(4 Stunden-Einheit)

Modul 7b
Gruppenbegleitung

Im Modul Gruppenbegleitung beschäftigen wir uns vor allem mit folgenden Fragestellungen: Wie unterscheidet sich die Selbsthilfe im Bereich Pflege von der klassischen Selbsthilfe?
Was ist für die Anleitung und Moderation von Gruppengesprächen wichtig?
Welche Regeln sind für die Gruppenstruktur sinnvoll? Wie gehen wir mit Konflikten und Krisen um?
(4 Stunden-Einheit)

Modul 8
Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht,  Patientenverfügung

Wer soll für mich entscheiden, wenn mein Gesundheitszustand eigene Entscheidungen nicht mehr zulässt? Welchen medizinischen Behandlungen und Therapien möchte ich mich unter­ ziehen und welchen auf keinen Fall?
In der Regel ist ein Mensch ab dem 18. Geburtstag in Deutschland voll geschäftsfähig. Das bedeutet auch, dass nur er selbst für seine Person rechtlich bindende Willenserklärungen abgeben kann. Unfall, Krankheit, Behinderung etc. können die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit einschränken. Was nun?
Diese Fragen stellen sich viele pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, aber viel­ leicht auch Sie.
Wenn sicher sein soll, dass auch in solchen Situationen der eigene Wille durchgesetzt wird, muss in gesunden Tagen vorsorge getroffen werden. In diesem Modul werden daher Vorsor­ gevollmachten, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung vorgestellt und das geltende Betreuungsrecht erläutert. Es werden Tipps gegeben, worauf besonders zu achten ist und wo in Berlin ausführliche Beratung angeboten wird.
(2 Stunden-Einheit)

Modul 9
Abschied und Trauer

Ehrenamtliche können in ihrem Engagement mit Situationen konfrontiert werden, die von Abschied und Trauer geprägt sind. Es ist wichtig, dass sie auf diese Themen vorbereitet sind, so dass ihnen der Umgang damit leichter fällt.
Eine der schwierigsten Aufgaben für ehrenamtliche Helfer kann die Begleitung eines trau­ernden Menschen sein, der einen Angehörigen verloren hat.
Aber Abschied und Trauer begegnen uns nicht nur im Zusammenhang mit dem Tod.
Abschied nehmen muss man vielfach im Leben. Verluste jedweder Art können Trauer auslö­ sen. Oftmals ist es denjenigen gar nicht bewusst, dass einer Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit der Verlust einer Fähigkeit vorausgegangen ist. Wenn Ehrenamtliche um diese Zusammenhänge wissen, können sie Angehörige und Pflegende in diesen Lebenssituatio nen kompetent unterstützen.
(2,5 Stunden-Einheit)

Modul10
Notfallsituationen

In dieser Veranstaltung der Ehrenamtsschulung werden Ihnen Hinweise zum Umgang mit und in Notfallsituationen gegeben. Diese ersetzen nic ht den Erste-Hilfe-Kurs.
Sie  erhalten  die  Möglic hkeit,  den  Nutzen  der  Schulung für  sich  zu  reflektieren. Es bleibt Zeit, offen gebliebene Fragen und weiteren Schulungsbedarf zu klären.
(2 Stunden-Einheit)

Modul 11
Krankheitsbild Demenz

In dieser Fortbildung geht es darum, Ihnen Grundlagenkenntnisse über das Krankheitsbild Demenz zu vermitteln und ein Verständnis für das Verhalten von demenzkranken Menschen zu entwickeln. Es werden Möglichkeiten der Kommunikation sowie  verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten vorgestellt.
(2,5 Stunden-Einheit)

Modul 12
Wohnformen im Alter

In diesem Modul geht es um die unterschiedlichen Wohn- und Lebensformen im Alter.
Was kann ich tun und welche Hilfen kann ich nutzen, damit der Verbleib trotz Pflegebedürftigkeit in der Wohnung möglich wird?
Welche alternativen Wohnformen gibt es?
Weiterhin werden in diesem letzten Modul der Fortbildungsreihe eine Rückschau auf die gesamte Schulung gehalten, die Erkenntnisse gewürdigt und etwaige weitere Fortbildungsbedarfe erfragt.
Die Teilnehmer_innen erhalten eine Teilnahmebescheinigung.
(3 Stunden-Einheit)

 

Termine 2017

Es werden zwei Schulungsdurchgänge angeboten:

im Frühjahr

Erster Termin am 29. März 2017

im Herbst

Erster Termin am 6. September 2017


Alle Schulungstermine finden zentral bei SEKIS, Bismarckstr. 101, 10625 Berlin statt.

Die genauen Termine  erfragen Sie bitte im Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung

Telefon: 030 / 89 02 85-36

E-Mail: kompetenzzentrum@sekis-berlin.de


Schulungen für Ehrenamtliche in Angeboten zur Unterstützung im Alltag

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In Berlin gibt es zahlreiche Träger und Anbieter von Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Die Angebote zur Schulung sind bei den Trägern zu erfragen.



Inhalte der Schulung

Hier finden Sie die übergeordneten Themen der Schulungsmodule. Die Inhalte sind Empfehlungen nach Vorgabe der Pflegeunterstützungsverordnung des Landes Berlin. In Abhängigkeit von der Zielgruppe kann es bei verschiedenen Bildungsträgern inhaltliche Abweichungen geben. Es handelt sich um einen Auszug aus dem Mustercurriculum, das Sie hier herunterladen können.

Modul 1 Kurseinführung

Modul 2 Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ehrenamtlichen im Projekt

Modul 3 Auswahl aus:

Modul 3a Basiswissen zum Krankheitsbild Demenz

Modul 3b Basiswissen zu Erscheinungsbildern geistiger Beeinträchtigungen

Modul 3c Basiswissen zu psychischen Erkrankungen

Modul 3d „Chronisch krank sein“- Basiswissen zu den häufigsten somatischen Krankheitsbildern

Modul 4 Situation pflegender Angehöriger und Familien

Modul 5 Rolle der ehrenamtlichen Helfer/in

Modul 6 Auswahl aus:

Modul 6a Umgang mit Menschen mit Demenz

Modul 6b Umgang mit geistig beeinträchtigten Menschen

Modul 6c Umgang mit psychisch beeinträchtigen Menschen

Modul 6d Umgang mit körperlich beeinträchtigten Menschen (Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen)

Modul 7 Möglichkeiten der Betreuung, Entlastung und Unterstützung

Modul 8 Umgang mit akuten Krisen und Notfallsituationen

Modul 9 Unterstützungsangebote und rechtliche Grundlagen

Modul 10 Abschluss - Reflexion und Evaluation der Schulung


Weitere Anbieter für die Qualifizierung von Ehrenamtlichen

Berlin bietet eine Fülle an Schulungs- und Fortbildungsangeboten, mit denen sich Freiwillige für die unterschiedlichsten Einsatzsatzmöglichkeiten qualifizieren können.

Sie finden hier eine Auswahl, die speziell Freiwillige im Bereich Pflegeunterstützung ansprechen:

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