Gründung eines neuen Angebotes zur Unterstützung im Alltag (AUA)


In § 45 Sozialgesetzbuch XI wird Näheres zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag geregelt.

"Angebote zur Unterstützung im Alltag tragen dazu bei, Pflegepersonal zu entlasten, und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig bewältigen zu können." (§ 45a Abs.1, SGB XI)

Um als anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag (AUA) Leistungen für Pflegebedürftige über deren Pflegeversicherung abrechnen zu können, benötigt man in Berlin die Anerkennung durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gelichstellung. Das Verfahren zur Anerkennung und Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag in Berlin wird in der Pflegeunterstützungsverordnung (PuVO) geregelt.

Voraussetzungen zur Anerkennung:

  • der Träger eines AUA muss eine juristische Person sein
  • Einsatz ehrenamtlicher bzw. hauptamtlicher Helfer*innen
  • Anleitung und Betreuung durch eine Fachkraft
  • Qualitätsstandards sind einzuhalten

Schriftlicher Antrag:
Die Anerkennung als AUA muss schriftlich beantragt und bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (Abt. Pflege | Oranienstr. 106 | 10969 Berlin) eingereicht werden.

Konzept:
Dem Antrag muss ein Konzept beigefügt sein, das u.a. folgende Angaben enthält:

  • Beschreibung des Leistungsangebotes (Ziele, Zielgruppe, Art, Inhalt, Umfang der Leistung)
  • ggf. Einsatz ehrenamtlicher Helfer*innen bzw. hauptamtlich Beschäftigter
  • Fachkraft (Qualifikationsnachweis) und deren Aufgaben
  • Curriculum zur Schulung der Beschäftigten
  • Nachweis Versicherungsschutz (Haftpflichtversicherung)

Hier finden Sie die Konzeptgliederung.

 

Gemeinnütziges Angebot zur Unterstützung im Alltag

Gemeinnützige AUA bieten Betreuungsleistungen an, die vorwiegend mit Ehrenamtlichen erbracht werden und gemeinsam mit den pflegebedürftigen Nutzer*innen ausgeführt werden. Dies sind z.B.

  • Alltagsbegleitung
  • Besuchsdienste
  • Einzelbetreuung, nicht in der Häuslichkeit
  • Betreuungsangebote für pflegebedürftige Menschen (Gruppenbetreuung)
  • Entlastung pflegender Angehöriger
  • Reisen oder Wochenendfahrten

 

Gewerbliches Angebot zur Unterstützung im Alltag

Anbieter Haushaltsnaher Dienstleistungen:

Die gewerblichen haushaltsnahen Dienstleistungen sind reine Entlastungsangebote für die pflegebedürftigen Nutzer*innen. Diese Dienstleistungen werden ausschließlich mit beschäftigten Mitarbeiter*innen erbracht.

Zu den Haushaltsnahen Dienstleistungen gehören

  • Wohnungsreinigung (Staubwischen, Staubsaugen, Wischen)
  • Fensterreinigung
  • Wäsche waschen und bügeln
  • Einkaufen für die Nutzer*in
  • Botengänge (z.B. Apotheke)
  • Kochen (einfache Gerichte zubereiten/wärmen)
  • Mobilitätshilfe

Die Haushaltsnahen Dienstleistungen dürfen mit max. 34,- €/Stunde abgerechnet werden. Anfahrtskosten und Reinigungsmittel sind im Stundensatz enthalten und dürfen nicht zusätzlich in Rechnung gestellt werden.

In dem vor Beginn der Dienstleistungen vereinbarten Vertrag werden die auszuführenden Tätigkeiten und der zeitliche Umfang der zu erbringenden Dienstleistungen festgelegt. Die Nutzer*innen können den Vertrag jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen.

Nebengeschäfte, die über die in dem Vertrag vereinbarten Leistungen hinausgehen, sind nicht statthaft.

 

Für nähere Informationen oder bei Beschwerden zur Leistungserbringung stehen die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abt. Pflege, Oranienstraße 106, 10969 Berlin (Pflegeunterstuetzung@SenWGPG.Berlin.de)  oder das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung, Bismarckstr. 101, 10625 Berlin (kompetenzzentrum@sekis-berlin.de) zur Verfügung.

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