Angebote für Angehörige, Bezugspersonen und Familien

Angehörige brauchen Entlastung!


Bild: Broschüre Arbeitshilfe Ehrenamt

Vorhandene Entlastungsmöglichkeiten nutzen!

Professionelle Pflegedienste

Sie übernehmen in Zusammenarbeit mit Ihnen die häusliche Pflege. Sie erfahren Unterstützung und Hilfe im Alltag, damit Sie Familie, Beruf und Betreuung besser miteinander vereinbaren können. Das Leistungsangebot der häuslichen Pflege umfasst alle grundpflegerischen Tätigkeiten wie Körperpflege, Ernährung, Mobilisation und Lagerung. Darüber hinaus weist Sie das Pflegepersonal in hilfreiche Pflegetechniken ein und berät Sie zu Fragen der Antragstellung und Kostenübernahme durch die Pflege- und Krankenkassen. Außerdem kann es weitere Hilfsdienste wie Essen auf Rädern, Fahrdienste oder Krankentransporte vermitteln. Diese Leistungen werden durch die Pflegeversicherung je nach Pflegestufe, jedoch nur zum Teil erstattet. Erst seit kurzer Zeit können auch Pflegeverträge mit Einzelpflegekräften (Altenpflegerinnen/-pfleger) abgeschlossen werden, die auf selbstständiger Basis arbeiten.

Tages- und Nachtpflege

Es handelt sich um teilstationäre Betreuungsformen, bei denen die pflegebedürftige Person außerhalb des häuslichen Bereichs versorgt wird, sodass Sie einen oder mehrere Tage in der Woche von der Pflege entlastet sind. Auch für den Kranken kann die regelmäßige Betreuung in einer Tagespflegeeinrichtung eine sinnvolle Abwechslung darstellen.

Verhinderungspflege

Als Leistung der Pflegeversicherung kann sie dazu verwendet werden, eine Auszeit zu nehmen, sei es stundenweise für die Betreuung des Pflegebedürftigen, während Sie zum Ausspannen ins Kino gehen oder sich mit Freunden oder anderen Angehörigen treffen. Dann kann eine Pflegekraft zu Ihnen nach Hause kommen und Ihre Aufgaben übernehmen oder der Kranke kann – je nach Pflegeintensität – auch in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe untergebracht werden. Auch längere Auszeiten wie eine Urlaubsreise können auf diese Weise realisiert werden.

Kurzzeitpflege

Sie ist dann angebracht, wenn der Pflegebedürftige nur für eine kurze Zeit, z. B. zur Überbrückung einer Krisensituation, auf vollstationäre Pflege angewiesen ist und ansonsten zu Hause versorgt wird. Dies kann auch der Fall sein, wenn Sie als Pflegeperson wegen Krankheit, Kuraufenthalt oder Urlaub ausfallen und kurzzeitige Entlastung benötigen.

Urlaub mit dem Pflegebedürftigen

In den letzten Jahren wurden insbesondere für Demenzkranke und deren Angehörige Angebote geschaffen, die auf deren spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dieser Urlaub soll beiden Seiten erlauben, sich – gemeinsam und dennoch voneinander getrennt – zu erholen. Die Pflege kann am Urlaubsort entweder vollständig oder teilweise abgegeben werden. Pflegeberatungsstellen und auch viele Betroffenenverbände sammeln solche Angebote und geben dazu gern Auskunft.

Siehe Angebote zur Unterstützung im Alltag

 

Informelle Hilfenetze und Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Sie sind eine wertvolle Ergänzung zu professionellen Pflegekräften, die zwar keine direkten Pflegeaufgaben übernehmen, jedoch in der Regeldarin geschult sind, sich mit dem Pflegebedürftigen zu beschäftigen oder Ihnen durch Gespräche und Beratung zur Seite zu stehen, damit Sie entlastet werden. Die Institutionen, die Ehrenamtliche vermitteln, sind meist freie Träger der Altenhilfe, die Gemeinde oder die Kirche. Vor allem aber                   

Freiwilligenagenturen

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Kontaktstellen PflegeEngagement

Nachbarschaftszentren

 

Fest steht, dass insbesondere die Betreuung von kranken und pflegebedürftigen Menschen weder allein durch die Angehörigen noch allein durch teure Fachkräfte bewältigt werden kann. Fest steht auch, dass es vielen Menschen guttut, sich um andere zu kümmern und sie zu entlasten.

Insofern ist es ein Geben und Nehmen und es ist sinnvoll, wenn auf diese Weise die Belastungen auf viele Schultern verteilt werden. Viele Initiativen wie das Bundesnetzwerk Pflegebegleiter haben – basierend auf diesen Erkenntnissen – entsprechende Konzepte und Qualifizierungen für freiwillig Engagierte entwickelt.

Das Pflegezeitgesetz

Es wurde 2008 speziell für berufstätige Angehörige eingeführt, um Beruf und Pflege besser vereinbaren zu können. Dies gilt, wenn Sie einen nahen Angehörigen haben, bei dem mindestens die Pflegestufe I vorliegt:

Dann können sich Beschäftigte für einen befristeten Zeitraum von der Arbeit befreien lassen, entweder in Form einer „kurzzeitigen Arbeitsverhinderung“ bis zu zehn Arbeitstagen oder bei Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern auch über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten. Während der Pflegezeit erhalten Sie kein Gehalt, sind aber weiterhin sozialversichert. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit Ihrem Arbeitgeber eine Teilzeitlösung zu vereinbaren.

Das Familienpflegezeitgesetz

Dieses ermöglicht ab dem 1.1.2012, dass Sie über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren Ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren können. In dieser Zeit erhalten Sie ein reduziertes Bruttoeinkommen.

Verringern Sie z. B. Ihre Arbeitszeit um 50 %, erhalten Sie weiterhin 75 % des letzten Bruttoeinkommens. Das Einkommen bleibt auf dem reduzierten Niveau, auch wenn Sie nach der Pflegephase wieder voll arbeiten, bis das Zeitkonto ausgeglichen ist.

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