Warum gibt es Angebote zur Unterstützung im Alltag?

Mehr als 70 Prozent aller betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause, meist von Angehörigen und an zweiter Stelle von ambulanten Pflegediensten versorgt. Das ist ein enormer Anteil an Hilfe, Betreuung und Pflege, der nicht in Einrichtungen geleistet wird. Gesellschaftlich ist dies gewollt; wünschen sich doch die meisten Menschen ein Altwerden in der eigenen gewohnten Umgebung. Die hier "privat" erbrachte Versorgung kann nicht hoch genug geschätzt werden. Soll dies auch weiterhin möglich sein, brauchen die Betroffen und ihre Angehörigen Entlastung.

Diese leisten z.B. Angebote zur Unterstützung im Alltag  und Kontaktstellen für die Unterstützung von Engagement und Selbsthilfe rund um die Pflege:

Der Gesetzgeber hat mit der Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für alle Pflegebedürftigen aber besonders auch für Menschen mit demenzieller oder psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung vorrangig die Entlastung der pflegenden Angehörigen durch Gruppen- und Einzelbetreuung der Betroffenen in den Mittelpunkt gestellt und setzt dabei auf die Einbindung von ehrenamtlichen Helfer/innen.
Die Rechtsgrundlage dafür ist § 45a ff SGB XI.

 

 

 

Was bieten anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag?

 

Die Unterstützung im Pflegealltag wird in verschiedenen Formen angeboten:

  • Betreuungsangebote (in der Gruppe oder einzeln außerhäußlich, als Besuchsdienst oder auf Reisen)
  • Angebote zur Entlastung im Alltag (Unterstützung bei der Erledigung alltägl. Aufgaben, Mobilitätshilfe, haushaltnahe Dienstleistung)
  • Angebote zur Entlastung Pflegender (Pflegebegleitung zur stundenweisen Unterstützung, Ansprechperson in Notsituationen)

 Die Betreuung kann in Form von gemeinsamen Gesprächen, Bewegungsübungen, musikalischer Betätigung, Basteln, Gesellschaftsspielen, Spaziergängen, sonstigen vertrauten Tätigkeiten des Alltags sowie Orientierungs-, Erinnerungs- und Gedächtnistraining stattfinden. Die Angebote sollen psychisches und physisches Erleben des betreuten Personenkreises stimulieren, aktivierend und vitalisierend wirken, mit dem Ziel die Lebensqualität zu bereichern.

Dies erfolgt nach individuellen Bedürfnissen und in Absprache mit den zu Betreuenden und ihren Angehörigen. Pflegenden Angehörigen können ergänzend dazu beratend unterstützt werden.

 

In den Angeboten betreuen, beaufsichtigen, unterstützen und entlasten vorrangig Ehrenamtliche pflegebedürftige Menschen, auch mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz in Gruppen oder im häuslichen Bereich. Die Ehrenamtlichen werden durch geeignete Fachkräfte fachlich angeleitet und unterstützt. Haushaltsnahe Dienstleistungen gewerblicher Anbieter werden von beschäftigtem Personal durchgeführt.

Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI gibt es in Berlin seit 2003. 
Rund ein Drittel dieser anerkannten Angebote erhält Fördermittel durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie die Berliner Landesverbände der Pflegekassen und den Verband der privaten Krankenversicherung e.V.. Mehr dazu finden Sie hier.

Wie arbeiten Angebote zur Unterstützung im Alltag?

 

Die Betreuung und Entlastung übernehmen bisher vorrangig ehrenamtliche Helfer/innen.

Sie betreuen und unterstützen körperlich und kognitiv beeinträchtigte  Menschen mit einem Pflegegrad z.B. in Gruppen oder als Einzelbegleitung,  im häuslichen und außerhäulichen Bereich.
Die ehrenamtlichen Helfer/innen werden geschult und durch geeignete Fachkräfte kontinuierlich fachlich angeleitet, begleitet und unterstützt.

Haushaltsnahe Dienstleistungen erfolgen durch gewerbliche Anbieter mit beschäftigten Mitarbeiter/innen.


Anbieter der Angebote zur Unterstützung im Alltag sorgen zudem für eine dauerhafte, regelmäßige und verlässliche Unterstützung sowie für ausreichenden Versicherungsschutz der Ehrenamtlichen oder Beschäftigten.

Die Koordinator/innen der Angebote sind sowohl Ansprechpartner für Menschen, die Unterstützung suchen als auch für diejenigen, die sich als Ehrenamtliche engagieren wollen. Für die Ehrenamtlichen können die Anbieter  eine Aufwandsentschädigung gewähren.

Einige Träger bieten ihre Angebote berlinweit an, andere  konzentrieren sich auf bestimmte Bezirke oder Stadtteile.

Darüber hinaus gibt es Angebote zur Unterstützung im Alltag in Pflege-Wohngemeinschaften, in der Tages- und Kurzzeitpflege sowie bei zugelassenen ambulanten Pflegediensten.

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